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Historischer Flugzeugabsturz in der Gemeinde Kleinsölk Stand September 2008 |
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Vorgeschichte Im Frühjahr 1943 wurde in Afrika ein neues Luftkommando aufgestellt. Die 15. US-AirForce und die 205. Royal AirForce Bombergruppe. Es sicherte die Landung von Salerno (Sizilien). Nachdem auch der untere Teil des italienischen Stiefels von den Alliierten erobert wurde, war Lucera einer der Flughäfen der 15. US-AirForce. Ab Mitte 1943 wurde auch Österreich mit schweren Bomberstaffeln angegriffen.
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An Bord waren: |
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| Pilot (3): | 2nd Lt. Albert H. MITCHKO |
| Co-Pilot (4): | 1st Lt. Philip M BULLOCK |
| Navigator (2): | 2nd Lt. Harry P. HILLHOUSE![]() |
| Kugelturmschütze (Radar Navigator) (7): | 1st Lt. Benjamin E. CANTWELL |
| Bombenschütze (Bombardier) (1): | 2nd Lt. William W. FLOOD |
| Techniker/Schütze (Engineer/Gunner) (5): | Sgt. Roy T. PATTERSON |
| Funker/Schütze (Radio Operator/Gunner) (6): |
S/Sgt. Robert G. HAGLUND![]() |
| Rumpfschütze (Waist Gunner) (8): | S/Sgt. Mark E. IMLAY![]() |
| Rumpfschütze (Waist Gunner) (9): | Sgt. William J. O’BRIEN |
| Heckschütze (Tail Gunner) (10): | Sgt. Thomas J. SPAGNOLO |
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Die Maschine war bereits am Rückflug, als sie durch einen witterungsbedingten (Vereisung) und weiteren technischen Defekt (leckgeschlagene Ölleitung), die Antriebskraft zweier der vier Motoren verlor. Um 10:42 Uhr wurde ein Notruf abgesetzt. Auf Grund des schlechten Wetters mit starken Winden war es schwierig, die Kontrolle zu behalten. Die Maschine verlor schnell an Höhe, und bevor sie in die „Todesspirale“ überging - ein Aussteigen ist wegen der enormen Zentrifugalkräfte so gut wie nicht mehr möglich - schafften noch 3 Personen den Ausstieg mittels Fallschirm.
2nd Lt. William W. Flood dürfte unmittelbar nach Hillhouse die Maschine verlassen haben. Er hatte dabei nicht so viel Glück wie die beiden vor ihm, er überlebte den Absprung nicht. Er soll im Frühjahr 1945 oberhalb des oberen Lanschitzsee’s in der Lungauer Gemeinde Lessach tot aufgefunden und noch vor der Bergung durch einen Lawinenabgang in den See verfrachtet worden sein. Er wurde erst im August 1947 geborgen. Die getöteten Crewmitglieder konnten auf Grund der großen Schneemassen erst im Sommer des Jahres 1945 – laut Aufzeichnung in der Pfarrchronik war es der 27. Juli 1945 – geborgen werden. Sie sind nach den Aufzeichnungen des ABMC (American Battle Monuments Commission), auf den amerikanischen Soldatenfriedhöfen Lorraine American Cemetery, St. Avold, in Frankreich, (Mitchko, Cantwell, Haglund, Imlay, O’Brien) bzw. Ardennes American Cemetery in Neupre, Belgien (Flood) begraben. Bullock und Spagnolo wurden ursprünglich auch in St. Avold beerdigt, über Entscheidung der Angehörigen wurden diese jedoch nach Ende des Krieges in die Vereinigten Staaten überführt und im Bundesstaat New York beigesetzt.
Nachdem seit langer Zeit über die Bergung bzw. Entsorgung der Wrackteile aus der freien Naturlandschaft nachgedacht wurde, nahm schließlich Bgm. Ernst Daum mit Unterstützung des Obmannes des Ortsverbandes des ÖKB Gotthard Wibmer die Angelegenheit in die Hand. Am 06. September 2002 erfolgte mit Hilfe von Freiwilligen des Kameradschaftsbundes, der Berg- und Naturwacht, der Bergrettung und der Gemeinde Kleinsölk die Bergung mittels eines Hubschraubers, welcher die noch vorhandenen Teile auf die Putzentalalm flog.
Als bekannt wurde, dass die Katastrophe 8 Menschenleben gefordert hatte, war der Gedanke, eine Gedenkstätte zu errichten schnell geboren. Ein Turbolader und eine Propellernabe wurden daher zurückbehalten, diese Teile wurden im Mai 2003 vom passionierten Kunstmaurer Herbert Grundner und seinen Helfern Fritz Klein, Johann Perner und Bernhard Stücklschweiger in das an die Verunglückten erinnernde Mahnmal eingearbeitet. Dieses sollte nach den Vorstellungen des inzwischen plötzlich verstorbenen Bürgermeisters Ernst Daum (+ 22. November 2006 mit 57 Lebensjahren) der Hauptbestandteil eines neu zu errichtenden „Friedenssteiges“ von der Putzentalalm zum Prebertörl werden.
Der Versuch, mit Überlebenden selbst oder den Angehörigen der Überlebenden und Toten in Verbindung zu treten blieb lange Zeit ohne Ergebnis, da ein Großteil der Schriftstücke in die USA unbeantwortet blieb. Erst durch die technische Entwicklung und den Einsatz des Internet konnte im Oktober 2007 durch einen glücklichen Zufall erstmals ein Sohn des Harry P. Hillhouse ausgeforscht und mit ihm Kontakt aufgenommen werden. Die Suche im Internet gestaltete sich äußerst kurios: Richard Pieber aus Predlitz im Murtal ist Hobbyhistoriker und hat großes Interesse an den Flugzeugabstürzen des 2. Weltkrieges in den Niederen Tauern. Er konnte durch seine großen Erfahrungswerte viel zum Projekt beitragen. Er war es auch, der Jing Zhou, (er betreibt eine Internetseite www.b17flyingfortress.de) einen in Deutschland lebenden, eingewanderten Vietnamesen um die Mithilfe bei der Suche nach den Überlebenden ersuchte. Dieser hat im April 2003 im Forum der US-AirForce unter dem Titel „contact to two crewmembers“ eine Suche gestartet, auf welche Doug Hillhouse im Jänner 2006 stieß und eine Antwort eintrug. Jing Zhou hatte durch einen Computercrash viele Daten verloren. Warum eine Antwort auf Doug Hillhouse’s Meldung unterblieb ist nicht genau nachzuvollziehen. Durch einen Zufall ist Manfred Brandner, der sich inzwischen um dieses Projekt annahm, auf diesen Eintrag gestoßen, worauf hin Richard Pieber verständigt wurde. Dieser versuchte die Kontaktaufnahme mit Doug Hillhouse, welcher auch umgehend antwortete. Die Bemühungen wurden von Manfred Brandner fortgesetzt, vor allem galt es nun die 2. überlebende Person zu finden, welche möglicherweise noch am Leben war. Die Möglichkeit, Angehörige der Crewmitglieder über behördliche Wege zu finden, war auf Grund datenschutzrechtlicher Bestimmungen de facto auszuschließen. Vielmehr sah man nur mehr als Chance „Kommissar Zufall“. Plötzlich kam eine Antwort von der amerikanischen Botschaft in Wien, welche die Kontaktaufnahme zu GI-Trace anriet. Dies ist eine Organisation, welche sich mit der Suche nach ehemaligen amerikanischen Soldaten und Angehörigen beschäftigt. Deren ehrenamtliche Mitarbeiterin Sally Vincent in England konnte mit ihrer ausgezeichneten intensiven Arbeit die Familie des 2. Überlebenden Roy T. Patterson, sowie später auch Angehörige aller restlichen Crewmitglieder ausforschen und informieren.
Für Doug Hillhouse war klar, dass er die Stationen seines Vaters im 2. Weltkrieg besichtigen wollte. Ebenso haben auch die Angehörigen des Robert G. Haglund Interesse an der Teilnahme einer Einweihungsfeier bekundet, und so wurde festgelegt, diese am Samstag, den 09. August 2008 durchzuführen. Es sollte ein großartiger Tag für Kleinsölk werden. Die Feier wurde durch die Anwesenheit hochranginger Ehrengäste und vor allem durch die angereisten Angehörigen zu einem außergewöhnlichen Ereignis, mit welchem sich die Gemeinde Kleinsölk hervorragend präsentieren konnte. Auf Grund der schlechten Wetterlage fand die Zeremonie in der Putzentalalm statt. Bgm. Georg Stücklschweiger eröffnete den von der Musikkapelle Kleinsölk eingeleiteten Festakt und konnte dazu viele Ehrengäste, besonders Doug Hillhouse aus Georgia (USA), Sohn des Harry P. Hillhouse mit seiner Frau, sowie Marge Tetens aus Minnesota (USA), eine Schwester des tödlich verunglückten Robert G. Haglund in Begleitung von 12 weiteren Angehörigen aus USA und Deutschland begrüßen. Anwesend waren darüber hinaus Sally Vincent mit ihrem Gatten und 2 Freunden, alle aus Großbritannien. Die amerikanische Botschaft war durch den Air Attaché Lt.Col. Richard McCleary vertreten, das Österreichische Bundesheer durch Obstlt. Unterdechler und einer Ehrenwache. Für den Österreichischen Kameradschaftsbund waren Landes-Vizepräsident Peter Dicker und Bezirksobmann DI Franz Laimer anwesend, für die politische Vertretung sorgte LAbg. Karl Lackner. Manfred Brandner informierte über den Flug, das Schicksal der Besatzung, die Bergung des Wracks 2002 und den Bau der Gedenkstätte, sowie über die Suche nach den Angehörigen. Pfarrer Johann Glawogger gestaltete eine Andacht und segnete schließlich die Tafel. Unter den Klängen der Melodie des Liedes „Näher, mein Gott, zu dir“ wurde von ÖKB-Landes-Vizepräsident Peter Dicker und Air Attaché Lt.Col. Richard McCleary ein Kranz im Gedenken an die unvergessenen Opfer des 2. Weltkrieges und im Besonderen jene dieses Flugzeugabsturzes niedergelegt. In den Ansprachen wurde die Wichtigkeit der Völkerverständigung besonders hervorgehoben. Dass nach all den Geschehnissen nach mittlerweile 64 Jahren österreichische, deutsche und amerikanische Staatsbürger nebeneinander an dieser Stelle stehen, ist wohl das wichtigste und symbolträchtigste Zeichen, welches gesetzt werden kann. Es geht um den Frieden im Land und in der Welt. Der Obmann des ÖKB, Ortsverband Kleinsölk, Martin Grundner dankte abschließend allen, die sich in diesem Projekt beteiligt haben, im Besonderen Manfred Brandner, der zu einem großen Anteil maßgeblich beigetragen hat, dieses von Bgm. Ernst Daum initiierte Vorhaben zu einem vorläufigen Ende zu bringen. Vorläufig deshalb, weil die amerikanischen bzw. deutschen Gäste dieses außergewöhnliche Projekt mit so großer Dankbarkeit aufgenommen haben, und vielfach zu hören war, dass dies erst der Anfang einer großartigen, freundschaftlichen Beziehung ist.
ALLEN an den Recherchen, der Bergung, der Errichtung des Denkmales, der Organisation und Durchführung der Einweihungsfeier, und sonst irgendwie Beteiligten ein großes Dankeschön! Der Gesamtakt über dieses Projekt kann jederzeit gerne eingesehen werden. Es besteht darüber hinaus großes Interesse an sämtlichen Anekdoten und Geschichten in Zusammenhang mit diesem Ereignis. Es sind alle herzlich eingeladen, zur Sammlung insofern beizutragen, indem Informationen über den Verbleib und eventuell weitere Verwendung von sämtlichem Material des Flugzeuges mitgeteilt werden. Übergeben Sie Ihre Informationen an die Gemeinde Kleinsölk oder direkt an Manfred Brandner.
Quellenangaben: Richard Pieber, Predlitz |
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